Sonntag, 19. Februar 2017

Die Nahe – aufgeweckte Brillanz!

Meine Weinempfehlung am Sonntag


Innovativ trifft es nicht. Mut und Vision eher. Das Weinanbaugebiet Nahe wurde nie als Einheit wahrgenommen, die Weine über Jahrzehnte aus Massenproduktion. Mildes Lächeln begleitete die Gegend um Bad Kreuznach.

Mut und Vision

Für mich ist die Region eine der interessantesten Weinregionen in Deutschland. Kleines Anbaugebiet voller Facetten, eingebettet zwischen Rheinhessen und Mittelrhein, dabei von ausgesuchter Eigenständigkeit. Hier haben vor wenigen Jahren einige der besten Weingüter Deutschlands den Weg zu neuer Klassifizierung gewagt. Lagen und Weinbau neu interpretiert. Es klingt nach einer Marketingstrategie. Doch diese war und ist nur Ausdruck eines mutigen Umdenkens. Die Nahe hat sich selbst neu entdeckt. Und das kann man schmecken!

Mein persönlicher Liebling: Gut Hermannsberg in Niederhausen. Dr. Christine Dinse und Jens Reidel haben die ehemalige Staatsdomäne zu einem ganz herausragenden VDP-Weingut mit etwas mehr als 30 ha Anbaufläche – überwiegend Steillage - entwickelt. 

Heute passt besonders die Selektion VDP.Grosse Lagen STEINTERRASSEN RIESLING 2015 trocken. Es ist eine außergewöhnliche Vermählung. Alte Reben, drei Steillagen – Steinberg, Rotenberg, Kertz – vereint, überwiegend in Eichenfässern gereift. Man schmeckt die Terrassen, fühlt die Nahe und erlebt einen Wein voller Kraft, dicht, intensiv und mit komplexer Mineralität. Ein starker Riesling mit Lust auf mehr!

Zu beziehen über www.gut-hermannsberg.de, Preis 19,90 Euro/Flasche.